Montag, 31. März 2014

Heilsames von der Frühlingswiese ins Glas - Schlüsselblumen Honig und Schlüsselblumen Tinktur

Die Schlüsselblume ist nicht nur eine wunderschöne Wiesenblume sondern auch eine Heilpflanze mit langer Tradition! Sie gehört zu den besonders kraftvollen und zähen Frühlingsheilkräutern denen auch die Kälte des oft zurückkehrenden Winters nichts anhaben kann. Diese Kräuter sind mit ihren stärkenden Eigenschaften auch für uns Menschen ein wahrer Jungbrunnen. Sie machen uns wiederstandsfähiger und helfen uns dabei die "Altlasten" des Winters wieder los zu werden.  Die Schlüsselblume, wegen ihrer besonderen Heilkräfte auch "Allerweltsheil" genannt, hatte und hat in der Traditionellen Europäischen Medizin als Heilkraut eine große Bedeutung. Wasserdoktor, Pfarrer Kneipp und die Universalgelehrte, Äbtissin, Hildegard von Bingen wussten um die vielseitige, heilsame Wirkung der Schlüsselblume und empfahlen sie z.B. bei Schlaflosigkeit, Melancholie, Husten, Rheuma, Gicht, Schwindel, Ohnmacht und als Stärkungsmittel.

Die Schlüsselblume (Blüte/Wurzel) wird am häufigsten als Tee bei Husten verwendet. Vor allem Kinder sind für den süßlichen Geschmack des Schlüsselblumen Blütentees zu begeistern. Auch meine Söhne haben ihn immer gerne mit einem Teelöffel Bienenhonig bei Husten getrunken. Eine ganz besonders beliebte Variante war der Schlüsselblumen Blütenhonig. Er kann nicht nur bei Husten helfen, sondern er ist vor allem auch ein ganz besonderer, frühlingshafter, kulinarischer Genuss zum Verfeinern von selbst gemachten Desserts, Kuchen, Eis oder aber auch als süßer Aufstrich auf Brot, Gebäck oder Brioche!


Für den Schlüsselblumen Blütenhonig einfach einen naturbelassenen Honig von guter Qualität (geschmacksneutral, z.B. Akazienhonig, Blütenhonig) gut bodenbedeckend, ca. 2 cm dick in ein verschließbares Glas füllen. Eine Hand voll frische, saubere Schlüsselblumenblüten (mit Kelch) darauf verteilen. Diesen Vorgang so lange wiederholen, bis das Glas voll ist. Mit einer Honigschicht abschließen.
Den Schlüsselblumen Blütenhonig 3 Wochen an einem kühlen, dunklen Platz stehen lassen und in regelmäßigen Abständen das Glas auf den Deckel stellen, damit die sich an der Oberfläche absetzenden Schlüsselbumen immer wieder vom Honig durchtränkt werden. Den Honig dann nach 3 Wochen durch ein feines Sieb streichen und in kleine Gläser abfüllen! 


Ein ganz besonders beliebtes Hausmittel meiner Oma war die Schlüsselblumen Tinktur. Sie hat sie nicht nur bei Migräne, Schwindelanfällen und gegen Nervosität verwendet sondern auch als hilfreichen Helfer gegen Rheuma und Gicht. Ein kleines Fläschchen Schlüsselblumen Blütentinktur hat sie immer bei sich getragen. Ob auf Reisen, bei Feiern oder Festen, Ihre ganz persönliche "Notfallmedizin" hatte sie immer in ihrer Handtasche parat. Die Schlüsselblumen Blütentinktur war sozusagen ihr "himmlischer Helfer" aus dem heilsamen Frühlingsgarten der Natur.


Für die Schlüsselblumen Blütentinktur braucht ihr frische, gesäuberte Schlüsselblumen Blüten (mit Kelch). Diese werden locker in ein Glas (gut zwei Drittel hoch) gefüllt. Die Blüten mit Korn (38%) so lange übergießen, bis sie ganz bedeckt sind. Das Glas gut verschließen und den Ansatz an einem dunklen, kühlen Platz ca. 4 Wochen durchziehen lassen. Regelmäßig aufschütteln, damit sich die Blüten wieder mit dem Alkohol durchtränken.
Nach 4 Wochen die Tinktur durch ein Tuch abseihen und die Schlüsselblumen Blüten gut ausdrücken und entsorgen. Die fertige Tinktur in kleine, braune Fläschchen füllen, beschriften, mit Herstellungsdatum versehen und am besten dunkel und kühl aufbewahren.
Die Tinktur eigent sich auch ideal für Unterwegs, wenn man sich keinen Tee machen kann. Meine Oma hat im Bedarfsfall einfach einige Tropfen davon, mit Wasser verdünnt eingenommen. 


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Kommentare:

  1. Hallo Regina! Diese Woche ist die Wilde Weiber Küche richtig am brodeln. Montag habe ich deine Cracker gemacht, hab zwar keinen Hund, aber die Hälfte habe ich ungesalzen lassen, für meinen kleinen Spatz. Wenn mein Kleiner am Küchenkastl sitzt und mir beim kochen zu sieht, stibitz er sich immer welche aus der Dose und mampft genüsslich drauf los. Am Dienstag hab ich einen Brennesselsirup angesetzt, den ich heute eingekocht habe und ich glaub ich muss mir noch eine Fuhr Brennessel holen, der ist nämlich sowas von lecker geworden, wenn ich darf, bringe ich dir gerne ein Fläschchen vorbei :-) und heute habe ich dann noch Schlüsselblumen gepflückt und mir gleich einen Honig angesetzt, da deine Bilder einfach so einladen zum ausprobieren, bin schon sehr gespannt darauf. Freu mich schon wenn der Löwenzahn blüht, dann gibt es wieder einen lecker Löwenzahnhonig. Danke für deine Inspiration und ich bin schon so gespannt auf den Kochworkshop, freu mich schon sehr, glg

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    1. Liebe Michaela, dein Feedback freut mich sehr!! Ich finde es so toll, dass du für deinen kleinen Sonnenschein so fleissig kochst und bäckst!!! Mach weiter so, es tut meiner alten Wilden Weiber Seele gut zu wissen, dass es auch junge Wilde Weiber mit so viel Motivation, Engagement und Kreativität gibt :-) :-) :-) Das inspiriert wiederum mich, DANKE!!!
      JA NATÜRLICH freue ich mich wenn du mir deinen Brennnesselsirup (mit Sonnenschein!!!) vorbeibringst, sehr sogar. Ruf mich einfach an! glg

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  2. Liebe Regina!
    Ich bin gerade eben durch eine andere Freundin auf deine Wilde Weiber Seite gkommen und kann so gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen - leider kann ich heute wegen Fieber nicht raus in die Natur, aber ich weiß ganz sicher, dass mich deine Rezepte ein wenig weiterbegleiten werden.
    Dazu hätt ich noch eine Frage - was kann man denn als Zuckerersatz nehmen, wenn man selbst den Zucker nicht verträgt, denn ich krieg da drauf immer entsetzlich Kopfweh. Ich würd mich über eine Antwort freuen.
    Ganz liebe Grüße von einem kleinen Kräuterhexlein.

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  3. Liebe Kylah, sorry aber ich habe deinen Kommentar erst jetzt gesehen! Tut mir echt leid, aber wie die wilden Weiber eben so sind, immer umtriebig :-) Ich freue mich, dass dir mein Blog so gut gefällt! Bzgl. des Zuckers, müsstest du wissen, was genau du am Zucker nicht verträgst damit du dir eine Alternative überlegen kannst. Honig ist ja ähnlich wie Zucker, er enthält auch Glucose und Fructose, die selben Bausteine wie eben der Zucker auch. Allerdings hat der Honig auch noch andere wertvolle Inhaltstoffe im Vergleich zum Zucker. Dann wäre da auch noch Stevia oder Birkenzucker, müsstest du echt mal ausprobieren!
    Mit lieben, kollegialen Kräuterhexengrüßen, Regina :-)

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